The Oslo Manifesto

Das Manifest von Oslo zielt darauf ab, eine Bewegung von Designern, Architekten und Kreativen zu motivieren, die sog. „SDGs“ als Designstandards für eine neue nachhaltige Welt zu akzeptieren.

„The creative decisions you make today have the power to shape the sustainable future of tomorrow.“ / „Unsere kreativen Entscheidungen heute haben die Kraft, morgen eine nachhaltige Zukunft von zu gestalten.“

Das Oslo Manifesto – ein Bekenntnis zu den SDGs der UN

Im September 2015 entschieden die UN-Mitgliedsstaaten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (englisch Sustainable Development Goals, SDGs). Das ist der ganz große Fahrplan, den sich die Weltpolitik bis 2030 setzt und eine echte Transformation bedeuten kann. 17 Oberziele, die durch 169 Unterziele erläutert und konkretisiert werden, können nicht alleine durch die Politiker umgesetzt werden. Sie können nur erreicht werden, wenn wir als Designer (und Architekten) sie für unsere Arbeit selbstverständlich akzeptieren und umsetzen. Denn: Unsere Arbeiten sind oft langlebig, sie kommunizieren, bringen Ideen und Werte in Umlauf, schubsen andere Menschen an, irritieren manchmal. Sie bestimmen mit, wie wir konsumieren und wie wir mit Ressourcen umgehen, anderen Menschen begegnen etc. – kurz sie gestalten, wie wir leben.

Das Oslo Manifesto ist ein Bekenntnis zu einer neuen Denkweise der SDGs: Wirtschaftlicher Gewinn darf nicht mehr auf Kosten von ökologischen und sozialen Belangen erzielt werden, sondern es sollen echte Synergien und Lösungen geschaffen werden, von denen der Mensch, die Natur und der Wohlstand profitieren.

Designer und Architekten sind deshalb aufgefordert, wenn sie ein neues Projekt initiieren, ein neues Produkt entwerfen oder einen neuen Auftrag akzeptieren, die folgenden /17 Fragen zu berücksichtigen:

17 Ziele /17 Fragen

Wie kann dieses Design dazu beitragen, das Ziel Armut in jeder Form und überall zu bekämpfen, zu erreichen?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, dass dem Hunger ein Ende gesetzt und der Wandel zu einer nachhaltigen Landwirtschaft gefördert wird?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, dass für alle Menschen jeden Alters Gesundheit und Wohlergehen gewährleistet ist?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, dass hochwertige Bildung und lebenslanges Lernen unterstützt werden?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, dass die Geschlechtergerechtigkeit und die Selbstbestimmung aller Frauen und  Mädchen vorangetrieben wird?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und allgemeinen Zugang zur Sanitärversorgung gewährleisten?

Wie kann dieses Design zu einer nachhaltigen Energiewende beitragen?

Wie kann dieses design dazu beitragen, dass angemessene Arbeit für alle gefördert wird?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, eine nachhaltige Industrialisierung zu fördern und Innovationen zu unterstützen, insbesondere in Regionen ohne Zugang zu moderner Industrie?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, die Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten zu mindern?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, unsere Städte inklusiver, sicherer, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu machen?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, dass mehr nachhaltige Herstellungs- und Konsummuster entstehen?

Wie kann dieses Design ein Teil der dringenden Maßnahmen sein, die zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen notwendig sind?

Wie kann dieses Design Teil der Fürsorge für unsere Ozeane und Meere sein?

Wie kann dieses Design dazu beitragen, Ökosysteme zu schützen und die Biodiversität zu erhalten?

Wie kann dieses Design zu einer friedlichen, inklusiven und gerechten Gesellschaft beitragen?

Wie kann durch dieses Design eine globale Partnerschaft gefördert werden, um all diese Ziele zu erreichen?

Sieht komplizierter aus, als es ist. Ihr seht: 17 Ziele, 17 Punkte im Manifest.
Jeder sollte sich damit auseinandersetzen. Nicht jeder Punkt ist für jeden Designer relevant. Und je nach Thema und Arbeitsfeld einmal mehr einmal weniger. Wir werden in der nächsten Zeit weitere Anregungen und Hinweise veröffentlichen, wie man als Designer damit arbeiten kann. Gerne nehmen wir auch Eure Anregungen auf.

Unterstützen Sie das OSLO Manifesto, wenn Sie als Designer oder Architekt eine nachhaltige Zukunft (mit-)gestalten wollen.

Der Link:

Oslo Manifesto Home

Zuletzt aktualisiert vonChristhard Landgraf am 30. April 2020