Stundensatz und Einkommen

Dein Stundensatz ist die Basis für dein Ein- und Auskommen. Er soll dir ein Leben in Glück und Zufriedenheit garantieren. Doch wie geht das?

Wie orientiere ich mich?

Es ist durchaus sinnvoll, wenn du dich im Bezug auf dein Einkommen an den Gehältern von Angestellten orientierst. Das heißt jedoch nicht, dass dein Einkommen dem Brutto-Gehalt 1:1 entsprechen soll. Das wäre falsch, denn:
Der Arbeitgeber des Angestellten zahlt anteilige Sozialkosten, die der Soloselbstständige selbst übernehmen muss. Zweitens hast du als Soloselbstständiger Betriebskosten: Büromiete, Computer, Versicherungen, Kommunikation und anderes mehr. Und du brauchst Rücklagen für Zeiten ohne ausreichend Aufträge und für Investitionen.

Wenn du nun also soviel verdienen willst – und das solltest du! Es darf auch mehr sein – wie ein Angestellter, der vergleichbare Arbeit macht, musst du deine Kosten kennen. Dann kannst du über den Stundensatz entsprechend kalkulieren. Die alles entscheidende Frage ist also:

Was muss ich in einer Stunde verdienen …

… um mein privates Leben, meine betrieblichen Kosten und einen Gewinn zu erwirtschaften? Die Absicht, Gewinn zu erzielen, gehört zum Geschäft, sie ist ein wesentliches Kriterium bei einer freiberuflichen oder einer selbstständigen Tätigkeit. Ohne Gewinnerzielungsabsicht liegt Liebhaberei vor, deine Tätigkeit wird von den Finanzbehörden der privaten Lebensführung zugeordnet und du kannst Verluste nicht mehr steuerlich geltend machen.

Wie kalkuliere ich?

Die AGD hat einen Stundensatzkalkulator entwickelt und stellt ihn kostenlos als Web-Applikation zur Verfügung.
Er ist sehr übersichtlich in vier Schritten aufgebaut.
Mit ihm kannst du sehr einfach in vier Schritten deinen Stundensatz berechnen:

Ausgangsfrage: Wieviel EURO willst du monatlich verdienen, dein Gehalt?
Schritt 1: Wieviel Stunden pro Woche willst du arbeiten?
Schritt 2: Ermittle die nicht fakturierbare Zeit: Buchhaltung, Akquisition, Weiterbildung.
Schritt 3: Gib deine privaten Lebenshaltungskosten pro Monat ein.
Schritt 4: und deine betrieblichen Kosten pro Monat
Ergebnis: dein Stundensatz in EURO/h

Bin ich zu teuer?

Oder wie mache ich meinen Stundensatz meinen Auftraggebern klar?

Argumente für dich:

  1. Freelancer sind keine Bittsteller, sondern Unternehmer, die ihre Auftraggeber bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee unterstützen, Verantwortung übernehmen und – genau wie sie – Gewinne erwirtschaften wollen.
  2. Auf dieser Tatsache basiert deine Preisgestaltung, nicht auf dem Stundensatz. Dass du einen Stundensatz kennst, garantiert dir aber, dass du bei der Preisgestaltung nicht unter die Deckungsgrenze rutschst.
  3. Du musst den Stundensatz in deinem Preisangebot nicht ausweisen. Das gilt besonders für Werkverträge, die einen Entwurf inklusive der Realisierung zum Inhalt haben: Für eine fest vereinbarte Summe schafft die Designerin oder der Designer das gewünschte Werk.
  4. Bei Dienstverträgen wird die nachweislich geleistete Arbeitszeit vergütet, hier brauchst du also unbedingt einen Stundensatz. Dieser kann sich vom Stundensatz für Werkverträge unterscheiden, weil zum Beispiel der Anteil nicht fakturierbarer Arbeit geringer ist.
  5. Agenturen haben Untersuchungen (Quelle: iBusiness Honorarleitfaden 2015) zufolge prinzipiell höhere Stundensätze als Freelancer (20–35 %). Eine Daumenregel: Mit steigender Mitarbeiterzahl steigen die Stundensätze.

Also: auf in ein Leben voller Glück und Zufriedenheit. Du weißt ja jetzt, wie es geht.